Wer Pferde züchtet, ausbildet, oder verkauft, hat seit einem halben Jahr ziemliche Probleme. Ausser natürlich die „ganz Grossen“ Reitsportstars und verschiedene Auktionsplätze von Pferdezuchtverbänden. Da läuft es, von der Nachfrage her und auch preislich noch gut.
Doch wer Normalo ist, also kein namhafter Verband oder Kaderreiter mit Beziehungen ins Ausland, tut sich schwer. Die Pferdevermarktung ist ins Stocken geraten, zumindest wenn es um junge Pferde geht, die man kostendeckend oder sogar mit Gewinn verkaufen möchte. Über die Ursachen könnte man natürlich streiten, viele machen es sich leicht und behaupten, der Grund wäre die Krise. Gemeint ist wohl die Eurokrise; ist aber Unsinn, da es Deutschland hierbei noch gut bis sehr gut geht, aber gerade im Inland läuft momentan wenig mit dem Pferdeverkauf.
Wenn man ehrlich ist, so gilt es festzustellen, dass wir momentan hierzulande ein riesiges Überangebot an Pferden haben. Es sind so viele junge Pferde auf dem Markt, dass potentielle Kunden schon gar nicht mehr wissen, wohin sie zur Besichtigung hinfahren sollen. Wenn man in einem Pferdemarkt online stöbert, wird man von der Vielzahl an Angeboten geradezu erschlagen, von den Preisen ganz zu schweigen.
Und da wäre man schon beim nächsten Punkt: Die Preise sind logischerweise auch im Keller, zumindest für jungen, noch unroutinierte Pferde. Angebot und Nachfrage regeln halt den Preis…Bitter, aber wahr. Die Mühe, die man aufwenden muss, um überhaupt Interessenten auf den Hof zu locken, wird immer größer, somit steigen automatisch auch die Kosten. Der Erfolg der Bemühungen ist natürlich ungewiss, doch was bleiben für Alternativen? Durchfüttern und hoffen? Auf was denn?
Es gibt einige gute Tipps für eine erfolgversprechende Präsentation der Verkaufspferde im Internet, doch davon ist freilich noch lange kein Kunde auf dem Hof und noch schlimmer – kein Pferd verkauft. Interessenten wissen zur Zeit sehr wohl um das Überangebot und drücken natürlich kräftig die Preise. Lässt man sich als Pferdeverkäufer nicht darauf ein, so ziehen sie weiter, denn sie wissen: Irgendeiner verkauft immer billig…